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Oma Lucie: Jammern hilft nicht. Anpacken, Machen!

Eine starke Frau, die mich sehr beeindruckt und geprägt hat, war meine Oma Lucie. Geboren 1919, direkt nach dem Ersten Weltkrieg, wuchs sie in Berlin unter dem Mädchennamen Franke auf, wo meine Familie schon damals seit Generationen lebte.
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg heiratete sie den Postbeamten Bruno Pawlewicz, mit dem sie 1940 und 1943 zwei Töchter bekam.
Gegen Ende des Krieges wurde sie mit ihren Kindern vor dem Bombenkrieg ins Riesengebirge evakuiert. Aber der Krieg holte sie bald ein.

Schnell blieb nur noch die Flucht. Mit zwei kleinen Kindern und einem Kinderwagen flüchtete sie zu Fuß vor der anrückenden Roten Armee zurück nach Berlin. Eine Leistung, die mich immer noch sprachlos macht und von der sie in ihrer völlig unsentimentalen und
pragmatischen Art und Weise erzählte: Das war halt so, das haben wir halt so gemacht, Jammern hilft nichts, Anpacken
und Machen!

Das ist wohl das Wichtigste, was ich von meiner Oma gelernt habe. Ich bewundere ihre Stärke, ihre Geradlinigkeit und ihr Pflichtbewusstsein.

Sie steht für mich für die typischen preußischen Tugenden. Gleichzeitig war sie für uns Enkel eine Oma von liebevoller Herzlichkeit und immer unser Fels in der Brandung. Egal was kommen mochte, Oma Lucie wusste eine Lösung. Noch mit 92 Jahren eilte
sie im Sturmschritt durch die Hauptstadt, wir mit hängenden Zungen hinterher. Vor zwei Jahren, im März 2017, ist sie kurz nach ihrem 98. Geburtstag gestorben. Sie fehlt uns sehr.

 

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